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14. Februar 2012;

Molekulare Erkennung durch biomimetischen Prozesssensor

Ein Projektteam aus Forschern der Universität Tübingen und des Institutes für Grenzflächenverfahrenstechnik IGVT der Universität Stuttgart hat in diesem Jahr mit dem Thema »Biomimetischer Prozesssensor« erfolgreich an der zweiten Phase des Ideenwettbewerbes Biotechnologie und Medizintechnik des Landes Baden-Württemberg teilgenommen. Das Team unter der Koordination von Professor Dr. Günter Gauglitz (Universität Tübingen) und Privatdozent Dr. Günter Tovar (Universität Stuttgart) war bereits Ende 2010 in der ersten Wettbewerbsphase im Themenfeld molekulare Bionik erfolgreich. Damit nutzten sie ihre Chance, aus der ursprünglichen Idee im Laufe von neun Monaten ein innovatives Forschungsprojekt für die zweite Phase zu entwickeln und damit für die zweite Phase des Ideenwettbewerbes „ins Rennen“ zu gehen.

Der Ideenwettbewerb Biotechnologie und Medizintechnik unterstützt Forscher in Baden-Württemberg durch die Förderung innovativer Projekte mit hohem Entwicklungsrisiko. Gefragt sind originelle Ansätze, die zwischen Grundlagenforschung und marktnahen Produkten liegen, sich aber weder auf das eine, noch das andere konzentrieren. Auf diese Weise will das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaft und Wirtschaft im Land positiv beeinflussen.

Bereits am 19. November 2010 wurden die Ideen als Skizzen für die erste Phase des Wettbewerbes vorgelegt. Eingereicht wurden 120 innovative Ideen aus den Bereichen Medizintechnik, Bioverfahrenstechnik, Synthetische Biologie und Molekulare Bionik. Im Dezember 2010 wählte ein vom Land beauftragtes Gremium die 42 besten Themen aus, die mit insgesamt 2,1 Millionen Euro in der ersten Phase gefördert wurden. Die Projektgruppen konnten damit innerhalb von neun Monaten Machbarkeitsstudien durchführen und die Chancen und Risiken der von Ihnen skizzierten Forschungsprojekte evaluieren. Vom 16. bis 18. Januar 2012 präsentierten die Forscherteams im Haus der Wissenschaft in Stuttgart mit Postern, Vorträgen und Diskussionen ihre Ergebnisse.

Mit den Machbarkeitsstudien konnten die vorgeschlagenen Lösungswege zur Realisierung offener Fragen der Medizintechnik und Biotechnologie analysiert und bewertet werden – Chancen und Risiken der skizzierten Forschungsprojekte wurden deutlich. Die überzeugendsten und erfolgversprechendsten Projekte wurden vor Ort von einer Fachjury ausgewählt und gleich am 18. Januar 2012 bekannt gegeben – unter den zehn Gewinnern ist auch das Tübinger-Stuttgarter Projektteam »Biomimetischer Prozesssensor«. Die Projekte werden in der nun beginnenden zweiten Phase mit insgesamt vier Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Beim Thema »Biomimetischer Prozesssensor« wird durch die Kombination von Kunststoffkügelchen, die durch eine Prägung spezielle Moleküle erkennen können, mit einer optischen Messtechnik ein neuartiger bionischer Sensor entwickelt. Der anvisierte Sensor soll sich durch sehr schnelle Ansprechzeiten und eine hohe Selektivität auszeichnen – gleichzeitig soll er extrem robust sein. Basierend auf erfolgreicher Grundlagenforschung zur molekularen Erkennung ergeben sich nun wirtschaftlich und technisch interessante Anwendungsfelder, zum Beispiel für die kontinuierliche Prozessüberwachung der Biotechnologie und der klinischen Diagnostik.

Bild (von links nach rechts): Klaus Niedergall (IGVT), Felix Kolarov (Universität Tübingen), Dr. Monika Bach (IGVT) und PD Dr. Günter Tovar (IGVT). (Quelle: BIOPRO Baden-Württemberg/Womann)