15. Dezember 2020

Drei Postdocs in Eliteprogramm der Baden-Württemberg Stiftung aufgenommen: unter ihnen auch Dr. Linus Stegbauer

Presseinformation der Universität Stuttgart

Gleich drei Nachwuchswissenschaftler*innen der Universität Stuttgart, Dr. Nina Engelhardt (Englische Literaturen und Kulturen), Dr. Serena Gambarelli (Baustoffwissenschaften, Bauchemie, Bauphysik) und Dr. Linus Stegbauer (Biomaterialien) wurden in das Eliteprogramm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden der Baden-Württemberg Stiftung aufgenommen. Die Förderung bedeutet für die Forschenden in der Regel den Einstieg in die wissenschaftliche Selbständigkeit: Sie können mit eigenverantwortlich beantragten und verwalteten Forschungsprojekten erstmals völlig frei ihre Forschungsinteressen verfolgen – ein wichtiges Element auf dem Weg zur Professur.

Mit dem Eliteprogramm für Postdocs unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung seit 2002 exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die einen strengen, mehrstufigen Auswahlprozess durchlaufen. In der aktuellen Antragsrunde wurden aus 55 Anträgen 14 erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt, davon drei an der Universität Stuttgart. Alle erfolgreichen Anträge werden mit insgesamt 1.773.800 Euro gefördert. 

Dr. Linus Stegbauer: Untersuchung eines bioinspirierten Struktur- Verbundmaterials und dessen Besiedlung mit Mikroalgen für zukünftige nachhaltige Baustoffe

Das Forschungsvorhaben von Dr. Linus Stegbauer am Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie (IGVP) der Universität Stuttgart beschäftigt sich mit der Entwicklung von biointelligenten Fassadenelementen für den Bausektor. Diese Elemente sind mit einem speziellen Biofilm versehen, der lebende Mikroalgen enthält.

Diese einzelligen Pflanzen können Feuchtigkeit speichern und damit einen kühlenden Effekt hervorrufen sowie Schadstoffe aus der Luft aufnehmen, abbauen und verwerten. In Gebäudefassaden eingesetzt, können sie somit einen wertvollen Beitrag zu einem besseren Stadtklima leisten – und damit indirekt auch zum Gebäudeklima. Für den Bausektor und Gebäudebetreiber bietet diese Technologie zudem auch ein großes Potenzial für Kostenersparnisse – etwa durch langfristig sinkende Kosten für das Heizen oder für Klimaanlagen dank des verbesserten Mikroklimas.

An dem Projekt sind neben dem federführenden Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie (IGVP) der Universität Stuttgart auch Jun. Prof. Hanaa Dahy, die Leiterin der -Abteilung BioMat (Biobasierte Materialien und Stoffkreisläufe in der Architektur) am Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen ITKE der Universität Stuttgart sowie Dr. Ulrike Schmid-Staiger vom ebenfalls in Stuttgart ansässigen Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) beteiligt. Am IGVP wird ein passender Biofilm entwickelt, der den Algen als „Zuhause“ und „Nährboden“ dient. Für das Wachstum muss der Film transparent sein, damit die Algen das benötigte Licht bekommen und er muss eine ausreichende Wasseraufnahmefähigkeit besitzen. Gleichzeitig setzt der Film dem Wachstum auch Grenzen, sodass sich die Pflanzen nicht unkontrolliert ausbreiten.

Linus Stegbauer, geboren 1986, studierte Chemie in München und Oxford und promovierte 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart, auf dem Gebiet zweidimensionaler kovalenter Strukturen als Grundlage für Anwendungen im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Umwelt. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Evanston, USA kam er 2019 als Forschungsleiter an das Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP der Universität Stuttgart.

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Projekt Biofilm für die Hauswand

Das geförderte Vorhaben beschäftigt sich mit der Entwicklung von biointelligenten Fassadenelementen für den Bausektor. Diese Elemente sind mit einem speziellen Biofilm versehen, der lebende Mikroalgen enthält.

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