Am IGVP wird aus CO2 mit Hilfe von Mikrowellen der Frequenz 2,45 GHz ein hoch dichtes und heißes CO2-Plasma bei Atmosphärendruck erzeugt. Die Elektronendichte liegt bei ne ≈ 1020 m-3 und die Gastemperatur Tg bei ca. 6000 K. Im Projektplan ist vorgesehen, biobasierte Öle, die aus Klarschlamm gewonnen werden, in dieses heiße Plasma hinzugefügt. Im CO2-Plasma entsteht Kohlenmonoxid und Sauerstoffradikale, die mit den Bestandteilen des Bio-Öls reagieren. Das Produktgas besteht voraussichtlich zu einem Großteil aus Synthesegas, das eine Mischung aus Kohlenstoffmonoxid CO und Wasserstoff H2 ist. Nach der Reinigung des Produktgases kann es direkt der Chemieindustrie zur Synthese höherwertiger Kohlenwasserstoffe zugeführt werden.
Für den Prozess ist die Kontrolle der Strömungsdynamik von großer Bedeutung. Das Bild zeigt das aus dem Mikrowellenplasmabrenners nach unten ausströmende CO2-Plasma. Es ist zu sehen, wie das Plasma durch die Rotationsströmung nach Verlassen des Mikrowellenplasmabrenners auseinanderdriftet und ein Hohlprofil bildet. In diese ausgedehnte Plasmazone wird das gewonnene Bio-Öl über einen Zerstäubungsmechanismus injiziert.